Grünkohlritt 2002

Verwässerter Grünkohlritt 2002
 
Tagelang hatte es geregnet - abendelang machten wir hoffnungsvolle Sonnentänze -

Aber die Wettergötter hatten kein Einsehen!

Morgens, halb 7:              aufstehen im Regen
Morgens, halb acht:         Pferde verladen im Regen
1 Stunde Autofahrt:          im Regen (etwas zu schnell- Polizeieinsatz „Bitte folgen!“)
Morgens, halb zehn:        Knöllchen bezahlen, im Regen natürlich
Morgens, 10 vor zehn:      Pferde satteln, Klamotten festzurren, aufsitzen: alles im Regen!!!

 Aber dann:

Alle angekündigten 21 tapferen Regenreiter waren pünktlich zum Start erschienen, denn Klaus Meyer’s Grünkohlritte sind IMMER gut. Nach dem Motto „Männer oder Mäuse?“ starteten wir, natürlich im Regen, zu einem ausgiebigen Erkundungsritt durchs Bramscher Hinterland. Das Moor war schön feucht, die Wiesenwege schön tief, die abgeernteten Maisfelder morastig und unsere Pferde wurden langsam klitschnass. Nebelverhangene Herbstbäume protzten trotzdem in bunten Farben, durch die Regenschleier drangen romantische Ansichten und Klaus versicherte uns in der Pause (der Regen verwässerte den Tee), dass wir durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet reiten würden. Wir Reiter nahmen es sportlich, ein jeder frotzelte über „leichte Bewölkung“ oder „ich glaub’ es kommt Nieselregen auf“, aber die Laune ließen wir uns nicht verderben. Wir wussten, Tornado und Richard würden uns mit der ultimativen Mittellandkanal - Endlostöltstrecke für alles entschädigen.

So kam es dann auch, endlich der Kanal, muntere Hufe klapperten im lustigen Takt über die Brücke und los ging’s. Allein für diese knackige Strecke lohnt sich die Anreise, vergessen der regendurchweichte Kragen, oder kalte Knie und aufgeweichte Zehen. Die Ponies danken uns mit taktklarem Vorwärts-Tölt und auf den Gesichtern der Reiter breitet sich sonniges Lächeln aus. Ganz nach Wunsch und Vermögen wählte man die schnelle oder gemäßigte Töltgruppe und ab ging die Post (im Regen, selbstverständlich).

Und siehe da, auf dem Heimwärtsbogen trocknete der Regentank aus - Pferde absatteln, nasse Klamotten runter und rein in trockene Tücher: alles ohne Regen. Da gab es kein Halten mehr, alles stürzte sich ausgehungert auf den verdienten Grünkohl im herrlich geheizten und schnuckeligen Gasthof in Vinte. Der Wirt hatte heiße Zitrone, kühle Biere und bestes Essen für uns bereitet. Sogar mit trockenen Socken half er aus. So hatten wir in Nullkommanix die Feuchtigkeit vergessen und die Reiterschar und ihre Gäste fanden sich zu munterem, heiterem Geplauder zusammen. Unser herzliches Dankeschön gilt wieder Klaus & Marianne sowie unseren „Anführern“, die mit verregneter Karte trotzdem die IPOL- Regenreiter sicher durch die Lande leiteten. Dass wir uns von diesem Wetter nicht abhalten ließen, dem Ruf zum gemeinsamen Reiten nachzukommen, beweist allen, dass wir es ernst meinen mit unserem Wunsch nach weiteren Ritten! So beschließen wir auch diesen schönen Tag mit:

GUT TÖLT! GUT TÖLT! GUT TÖLT!

Eva Hawranke, IPOL